Wildnispädagogik Weiterbildung

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Mit unserer berufsbegleitenden Weiterbildung Wildnispädagogik wollen wir Menschen ansprechen, die sich wieder mit der Natur verbinden wollen und sich draußen zu Hause fühlen wollen.

In früherer Zeit waren wir Menschen eng vernetzt und verbunden mit der uns umgebenden Schöfpung, die jetzt auch Wildnis genannt wird. Die Naturvölker verstanden sich als Teil der Natur und es gab ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.

Im Laufe der Zeit haben viele Menschen diese Verbindung verloren. Auch unsere Kinder verlieren zusehens den wichtigen Kontakt zur Natur durch ein vermeintlich geschütztes Leben in Gebäuden. Auch der Gedankenfokus der Menschen ist heute nur noch selten auf Wildnis gerichtet. Hierdurch wird die Natur nicht wahrgenommen – sie ist im Leben des modernen Menschen oft nicht oder nur noch als Kulisse vorhanden.

Die Wildnispädagogik baut auf dem alten Wissen der Naturvölker über das Zusammenleben mit der Natur auf. Im natürlichen Kreislauf der Jahreszeiten und den damit verbundenen Veränderungen erleben wir Natur mit allen Sinnen, machen eigene unmittelbare Erfahrungen und wecken unser Interesse für die Wildnis und ihre ökologischen Zusammenhänge. Praktisches und handwerkliches Tun sind weitere wichtige Aspekte dieser Weiterbildung.

Ein wichtiges Ziel der Wildnispädagogik ist die Förderung der Wahrnehmung und Achtsamkeit gegenüber der Natur und ein Leben im Einklang mit ihr. Diese Weiterbildung zeigt Wege mit der Natur wieder in Kontakt zu kommen und sich mit ihr zu verbinden. Sie werden wertvolle Werkzeuge kennen lernen, Menschen bei der Beziehungsaufnahme zur Natur und die damit verbundene natürliche Lebensweise zu unterstützen.

Die Weiterbildung richtet sich an alle Menschen, die eine tiefe und respektvolle Verbindung zur Natur und zu sich selbst suchen und diese mit anderen teilen wollen.

Grundlegendes Element der Wildnispädagogik ist das Coyote Teaching. Hierunter versteht man eine besondere Lehrmethode, die von indigenen Völkern seit Tausenden von Jahren praktiziert wird. Durch das Wecken von Neugier und dem Erschaffen von Notwendigkeiten inspiriert der Mentor den Schüler. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Kunst des Fragen stellens und das Erzählen von Geschichten. Der Mentor ist ein Mittler zwischen dem Schüler und der Natur als eigentlicher Lehrer. Diese Art des Lehrens fördert ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Lernen, berücksichtigt die Interessen der Schüler und hilft ihnen ihre natürlichen Geschenke zu erkennen und mit ihnen zu wachsen.

Die Schwerpunkte der Weiterbildung sind:

  • Die Kunst des Mentoring (Naturmentoring, Cojote-Teaching)
  • Sinnesschulung und Erweiterung der Wahrnehmung
  • Vertraut werden mit dem Leben in und mit der Natur
  • Erlernen von Wildnisfertigkeiten
  • Kentnisse über natürliche Gefahren und Outdoor-Erste-Hilfe
  • Wissen über Säugetiere und die Fährtenlesen
  • Wissen über die Bäume und Pflanzen und die Kunst zu Überleben
  • Kenntnisse über die Vogelsprache
  • Soziale Kompetenz durch ein Lernen in Gemeinschaft
  • Kreatives Gestalten mit Naturmaterialien
  • Planung von Waldtagen und
  • Einbindung der Himmelsrichtungen

Module

1. Modul – Basiswissen
Die Basis für unsere gemeinschaftliche Reise dieser Weiterbildung, ein Leben in und mit der Natur, wird in diesem ersten Modul gelegt. Zu den Themen gehören u.a. Feuermachen auf natürliche Art, Schutzbehausung mit Naturmaterialien bauen, die Kenntnis über natürliche Gefahren und das Leben in der Gemeinschaft.

2. Modul – Leben in der Wildnis und Outdoor-Erste-Hilfe
In einem Wildniscamp werden wir das praktische Leben in der Natur leben. Neben Grundkenntnissen über Wildkräuter werden wir verschiedene Arten der Wildnisküche kennenlernen. Ein großer Bestandteil dieses Moduls wird die Outdoor-Erste-Hilfe sein.

3. Modul – Wahrnehmung und die Sprache des Waldes
Die Vögel besitzen ein ausgeklügeltes Kommunikations- und Alarmsystem. Die Vogelsprache dient dabei allen Tieren als Orientierung, um beispielsweise drohende Gefahren frühzeitig zu bemerken. Auch wir Menschen können diese Sprache verstehen und erhalten hierdurch einen wertvollen Schlüssel zur Natur. Daneben werden wir an diesem Wochenende Möglichkeiten kennen lernen unsere eigene Wahrnehmung zu erweitern.

4. Modul – Naturmentoring
In diesen Tagen auf einer Berghütte wollen wir uns mit Unterstützung der Natur neu begegnen. Zu den Themen in diesen Tagen gehören hierbei u.a.: Art of Mentoring, Cojote Teaching, Natur als Spiegel, die Prinzipien einer friedvollen Gemeinschaft und die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen.

5. Modul – Bäume
Die Kenntnis über Bäume und Sträucher ist für das Leben in der Natur von besonderer Bedeutung. Wir werden den Baum-Leuten in diesem Modul auf unterschiedlichen Ebenen begegnen. Zu den weiteren Themen gehören u.a. die Orientierung im Gelände und die Kenntnis über ökologische Zusammenhänge sowie der paktische Umgang mit Weiden beim Flechten eines Rahmen-Korbes.

6. Modul – Säugetiere und Spurenlesen
Jedes Lebewesen hinterlässt auf der Erde seine Spuren. Das Lesen dieser Spuren öffnet uns eine Welt voller Geheimnisse und Geschichten. Gleichzeitig wird hierdurch unsere Wahrnehmung und Intuition gestärkt. Über die Spuren erfahren wir Informationen über unsere heimischen Tiere und deren Verhaltensweisen. Durch richtiges Tarnen und lautloses Schleichen eröffnen sich uns Möglichkeiten, Tiere besser zu beobachten und zu fühlen.

Termine Wildnispädagogik – Weiterbildung 2018

Dauer: März 2018 – November 2018

1. Modul – 23. bis 25. März 2018
2. Modul – 20. bis 22. April 2018
3. Modul – 10. bis 13. Mai 2018
4. Modul – 26. bis 29. Juli 2018
5. Modul – 28. bis 30. September 2018
6. Modul – 16. bis 18. November 2018

Leitung:
Tatjana Falk und Momme Torsten Falk

Gastreferent:
Philipp Fischer

Zielgruppe
Alle Menschen, die die Natur lieben und im Einklang mit ihr leben wollen, sowie insbesondere auch Menschen die in pädagogischen und sozialen Bereichen tätig sind (Pädagogische Fachkräfte in Waldkindergärten und Kindergärten, ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und SozialpädagogenInnen).

Umfang
Die Weiterbildung erstreckt sich über 9 Monate und umfasst 6 aufeinander aufbauende Module. Die vier drei-Tages-Module beginnen jeweils Freitag 17.00 Uhr bis Sonntag ca. 15.00 Uhr. Ein Modul (Modul 4) ist ein 4-Tages-Workshop in den Bergen. Insgesamt umfasst die Weiterbildung 20 Kurstage. Das Selbststudium zwischen den Blöcken runden die Weiterbildung ab.

Zertifikat
Die Weiterbildung Wildnispädagogik wird mit einem Zertifikat abgeschlossen. Voraussetzung für den Erwerb des Zertifikats ist neben der regelmäßigen Teilnahme an allen Modulen das Selbststudium. Das Zertifikat gibt Auskunft über die Lehrthemen und –Inhalte.

Veranstaltungsort
Wechselnde Camps/Seminarräume in Oberbayern. Der überwiegende Teil der Weiterbildung findet in der Natur statt. Eine eigene Zeltausrüstung ist erforderlich. Ein Workshop (Modul 4) wird auf einer Berghütte stattfinden.

Kosten
Die Kosten der Weiterbildung betragen € 1.400,-. Zahlung der Kosten der Weiterbildung in 3 Raten. Unterkunft/Verpflegung: Einfache Unterkünfte/Zelt, ca. 60,- € pro Wochendende bzw. ca. 85,– € für das Modul 4 (Berghütte). Eigene Anreise.

Anmeldung
Für die Anmeldung nutzen Sie bitte das folgende Formular.

Download Anmeldeformular (pdf)

Download Flyer 2018 (pdf)

Bei Interesse zur Weiterbildung nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.